Pharma Intensiv – Ein Erfahrungsbericht

Ein Erfahrungsbericht von Mag. Robert Zika

Mag. Robert Zika von der Stadtapotheke Mödling ist einer von acht IQVIA-Stipendiaten, die im Rahmen der Pharmig Academy in vier Modulen die Ausbildung zum „Certified Professional“ absolvieren. Das erste Seminar – „Pharma Intensiv“ – fand am 21. und 22. März 2018 in der Pharmig Academy in Wien statt. Zika berichtet von seinen Eindrücken und Erfahrungen.

 

Herr Mag. Zika, was war Ihr Motiv, an der Seminarreihe teilzunehmen?
Wissensdrang. Ich möchte als Apotheker den Patienten den bestmöglichen Service bieten. Dazu möchte ich wirtschaftliche und rechtliche Hintergründe sowie den Aufbau unseres Gesundheitssystems verstehen und warum es so komplex ist. Mit dieser Seminarreihe bietet die Pharmig Academy einen breiten Austausch mit unterschiedlichen Aspekten und Blickpunkten zum Thema Pharmawirtschaft. „Pharma Intensiv“ hat den Horizont erweitert, sensibel für andere Bereiche unserer Branche gemacht und auch die Möglichkeit beinhaltet, den eigenen Standpunkt einzubringen und gleichzeitig zu überdenken. Ich bin sehr froh, dass ich mit einem IQVIA-Stipendium an der Seminarreihe teilnehmen darf.


Wurden Ihre Erwartungen bei „Pharma Intensiv“ erfüllt? Wie lautet Ihr Fazit?
Ja, meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Zusammenfassend gibt es ein Wort für mein Fazit: Begeisterung. Es waren zwei sehr kurzweilige Tage. Ich dachte, ich weiß vieles zum Thema, aber die Vortragenden haben ein so umfassendes, kompaktes und prägnantes Bild geboten, dass ich nun viel mehr Zusammenhänge verstehe und Hintergründe kenne.


Was hat die Vortragenden besonders gemacht?
Sie lieferten nicht nur Theorie, sondern auch amüsante Praxisbeispiele. Blicke hinter die Kulissen machen deutlich, wer wo und wie die Fäden zieht. Die Vortragenden waren durchwegs Hochkaräter der Branche und haben verstanden, die Komplexität des österreichischen Gesundheitswesens auf sehr unterhaltsame Weise darzustellen, wie es sich entwickelt hat und wie daraus ein wahrer „Gesundheitsdschungel“ wurde.


Wo lagen die thematischen Schwerpunkte?
Die vermittelten Informationen waren breit gefächert. Es gab einen Überblick über den Lebenszyklus eines Pharmakons, über das Erstattungswesen – immer auch im Vergleich mit anderen EU-Ländern –, über Preisgestaltung und Marketing und vieles andere. Spannend war jeweils der Hinweis, wo sich Österreich im Vergleich befindet, wo andere Länder voraus sind und wo wir Dinge besonders effizient lösen.


Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Mag. Claudia Handl von Pfizer hat sehr faszinierend und anschaulich vermittelt, wie die öffentliche Wahrnehmung gesteuert werden kann. Die bildhaften Beispiele haben zusammen mit einer intensiven Interaktion mit den Teilnehmern deutlich gemacht, wie moderne Unternehmenskommunikation funktioniert. Hier gibt es keine Patentrezepte, aber handfeste Erfahrungswerte erfolgreicher Großunternehmen.


Gab es Bereiche, wo Sie sich durchaus noch mehr Informationen wünschen würden?
Den Bereich Market Access und gesundheitsökonomische Evaluation, was also den Wert eines Arzneimittels betrifft, finde ich sehr spannend und wichtig. Das reicht von der Bewertung eines Arzneimittels über dessen Wirkungen bis hin zum Wert menschlichen Lebens.


Hatten und haben Inhalte des Seminars eine unmittelbare Auswirkung auf Ihre Arbeit?
Ja, absolut. Ich habe nun ein besseres Verständnis für Preisbildung, Preisdruck und Kostenunterschiede und kann damit auch besser auf Fragen von Patienten reagieren. Das Verständnis der Wertschöpfungskette gibt mir das Hintergrundwissen, dass ich in der Kommunikation mit Patienten oft brauche.


Sie klingen, als würden Sie das Seminar jedenfalls Kollegen empfehlen …
Natürlich, für Kollegen bietet es einen guten Einstieg in das Wissen rund um die wirtschaftlichen Aspekte der Pharmaindustrie, einen globalen Überblick. Aber auch für Quereinsteiger, die die Spezifika des Pharmamarktes nicht so gut kennen, ist dieser Überblick optimal und ich denke nicht, dass man ihn irgendwo anders kompakter geliefert bekommt.


Abschließend eine Frage zu den Teilnehmern: Hat die breite Zielgruppe gepasst?
Ich fand es besonders befruchtend, dass das Publikum so unterschiedliche berufliche Hintergründe hat. Auf diese Weise ist ein großer Erfahrungs- und Wissensaustausch der Teilnehmer möglich. Nicht alle arbeiten im gleichen Silo und das ist definitiv ein Bonus, denn so bekomme ich beispielweise Input von „außen“ und kann gleichzeitig den Standpunkt der Apotheken vermitteln.

 

Vielen Dank für das Gespräch.