Aktuelle IQVIA-Studie zu Rezeptgebühren

 

BEREITS EIN DRITTEL ALLER ERSTATTUNGSFÄHIGEN ARZNEIMITTEL WERDEN IN ÖSTERREICH VON PATIENTEN PRIVAT BEZAHLT

Für Arzneimittel deren Preis unterhalb der Rezeptgebühr liegt, stehen den Gebietskrankenkassen teilweise keine Abrechnungsdaten zur Verfügung. Die von IQVIA bei knapp 500 öffentlichen Apotheken erhobenen Daten zeigen, dass im Schnitt bereits ein Drittel der erstattungsfähigen Arzneimittel privat bezahlt wird. Bei manchen Arzneimitteln wie beispielsweise Pantoprazol-haltigen Medikamenten beträgt dieser Anteil sogar 75 %.

Patienten mit niedrigem Einkommen, wie z. B. Ausgleichszulage beziehende Pensionisten, Zivildiener, Mindestsicherungsbezieher oder Personen, die mehr als 2 % ihres Einkommens für Arzneimittel ausgeben, jedoch mindestens 37-mal Rezeptgebühren bezahlt haben, sind von der Rezeptgebühr befreit.

Bei allen anderen sozialversicherten Patienten, die Arzneimittel beziehen deren Krankenkassenpreis unterhalb der Rezeptgebühr liegt, werden diese Arzneimittel jedoch nicht mit den jeweiligen Krankenkassen verrechnet und daher von den Patienten privat bezahlt. Aufgrund der fehlenden Verrechnung gibt es für diese Arzneimittel keine Aufzeichnungen bei den Krankenkassen.

 

IQVIA-Daten über den Status quo für Juli 2018

Da Interesse an diesen Daten signalisiert wurde, hat IQVIA Österreich auf Basis der um Informationen zur „Rezeptgebührenbefreiung einzelner Kaufakte“ erweiterten Verkaufsdaten („Sell-out-Daten“) unserer knapp 500 Partnerapotheken den aktuellen Status-quo für Juli 2018 analysiert.

Demzufolge waren im Juli 2018 36,1 % aller Arzneimittelpackungen, die auf Kassenrezept abgeben wurden, von der Rezeptgebühr befreit (22.5 % aller erstattungsfähigen Arzneimittelpackungen). Dieser Anteil wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im fortlaufenden Jahr 2018 erhöhen, da mit Jahresende immer mehr Patienten unter die Rezeptgebührenbefreiung fallen werden.

Im selben Monat Juli lag der Preis (Krankenkassenpreis, KKP inkl. Ust.) von 41,1 % aller erstattungsfähigen Produkte unter der Rezeptgebühr und wurde daher, falls der Patient nicht rezeptgebührenbefreit war, privat bezahlt. Zieht man davon den rezeptgebührenbefreiten Anteil von 9,1 % ab, liegt der Anteil privat bezahlter Arzneimittel bei 32,0 % (Preis < Rezeptgebühr und nicht mir der Krankenkasse verrechnet).

Dies war im Monat Juli jener Anteil an erstattungsfähigen Arzneimittelpackungen, der von den Apothekern nicht mit den Krankenkassen verrechnet wird und somit auch nicht in die Taxierung, die zur Beurteilung einer Rezeptgebührenbefreiung herangezogen wird, einfließt.

Der Privatanteil hängt stark von der Wirkstoffklasse ab. Betrachtet man die abgegebenen Einheiten bei Clopidogrel, Simvastatin und Pantoprazol-haltigen Arzneimitteln, die von sehr vielen Patienten in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, errechnen sich bei allen drei Wirkstoffen Anteile an rezeptgebührenbefreiten Einheiten von 20 bis 25 %. Bei Pantoprazol-haltigen Arzneimitteln beträgt der von den sozialversicherten Patienten privat bezahlte Anteil sogar 75,3 %.

 

Bei Rückfragen, wenden Sie sich bitte an:
Frau Mag. Adriana Nikolic
IQVIA Marktforschung GmbH
Stella-Klein-Löw-Weg 15, Haus B, 5. Stock, A-1020 Wien
E-Mail: adriana.nikolic@iqvia.com

 

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