Im Rahmen eines IQVIA IGEPHA Themenfrühstücks lieferte IQVIA kürzlich einen spannenden Trendausblick auf die Entwicklung des Apotheken-Versandhandels. Weltweit deuten ein stetig wachsender OTC-Anteil, vermehrte Digitalisierung und eine steigende Bereitschaft zur Selbstmedikation auf ein Wachstum des Online-Handels hin. In Österreich liegt das Wachstum des Online-Apothekenhandels im zweistelligen Bereich.

Wien, 18. April 2018 – Der Wertanteil von OTC-Produkten (nicht verschreibungspflichtig) am gesamten öffentlichen Apothekenmarkt lag 2017 bei 16,0 %, mengenmäßig waren es 30,8 %, das heißt fast jedes dritte Produkt, das in Apotheken verkauft wurde, war ein rezeptfreies. Der registrierte OTC-Markt zeigte im Kalenderjahr 2017 eine rückläufige Dynamik – das Umsatzplus sank von 3,6 % auf 1,4 %.

Die Top 10 OTC-Unternehmen haben einen Wertanteil von 44,4 % am OTC-Markt, wobei Bayer mit 9,3 % Marktanteil unangefochten an der Spitze liegt, vor Gebro Pharma mit 6,8 % und ratiopharm mit 4,6 %. Dahinter folgen Apomedica (4,3 %), Sanofi (4,1 %), Kwizda (4,0 %), AllergoSan (3,6 %), Mylan Meda (2,7 %), Promedico (2,7 %) und Merck (2,5 %). Insgesamt wuchs der Markt im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 %, wobei AllergoSan, Promedico und Apomedica die größten Wachstumsraten verzeichneten.

Internationale Entwicklungen als Trendsetter

Die von IQVIA eruierten Markttrends für Consumer Health – das sind OTC-Produkte, Homöopathie, Medizinalbedarf und Kosmetik – haben für alle Beteiligten einen wesentlichen und unmittelbaren Einfluss auf den Markt. Das OTC-Wachstum bleibt weltweit im einstelligen Prozentbereich, während das Pharma-Wachstum hauptsächlich aufgrund des US-amerikanischen Einflusses im Sinken begriffen ist. Die Zuwächse im OTC-Bereich werden dabei insbesondere durch Wachstumsmärkte in der östlichen Hemisphäre vorangetrieben. Weltweit verzeichnen Vitamine und verdauungsfördernde Mittel die höchsten Zuwachsraten.

Im deutschen Apotheken-Versandhandel werden 90 % der Versandkäufe von nur etwa 30 großen Unternehmen abgedeckt. Seit 2004 haben Online-Apotheken OTC-Marktanteile dazugewonnen und übertreffen damit den Gesamtmarkt. Husten- und Erkältungsmittel tragen wesentlich zu positiven Ergebnissen im Ladenverkauf bei, Produkte zur Gewichtsabnahme verzeichnen sowohl online als auch in der Apotheke hervorragende Zuwachsraten. Dr. Google ist bereits ein gefragter Ratgeber – drei Viertel der Deutschen recherchieren Krankheiten im Internet. Gesucht wird dabei über gängige Suchmaschinen wie Yahoo!, Google oder bing, 63 % der Patienten erhalten ihre Informationen schließlich aus Wikipedia, Spezialwissen wird über Webseiten für Patienten erfragt. Das IQVIA European Thought Leadership Team hat in einer Analyse herausgefunden, dass die Informationssuche auf Wikipedia eindeutig mit den Online-Bestellungen korreliert. Konzepte für mehrere Kontaktkanäle sorgen für eine Reihe von Vorteilen für Patienten.

Anders sieht die Lage des Versandhandels in anderen europäischen Ländern aus: IQVIA deckt mit seinem Tracking über 70 % des tschechischen Versandhandelsmarktes ab, wobei der Markt von Kosmetik-Produkten dominiert wird. Der Online-Markt in Polen wird laufend geprüft. 2017 deckte das „ePharmacy“-Segment nur 3,2 % des Marktes ab.

Versandhandel in Österreich mit zweistelligen Zuwachsraten

IQVIA plant für den Zeitraum 2018 bis 2022 umfassende Überprüfungen des E-Commerce-Marktes in mehreren europäischen Ländern. In Österreich wird das Tracking in den nächsten Monaten beginnen. Für das Jahr 2017 wurden die Versandhandelsdaten von drei deutschen Versandhandelsapotheken erhoben, die nach Österreich liefern. Die Datenvalidierung befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase, doch ein Trendbericht über Markt und Player liefert bereits spannende Einblicke. Der Absatz im Versandhandel stieg 2017 um 12,2 %. Verkaufsschlager im Versand sind Rheumamittel, allgemeine Schmerzmittel für Erwachsene, Grippe- und Erkältungsmittel sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Zu den wichtigsten Wachstumsmärkten zählen laut Wertanalyse für 2017 im Versandhandel Rheumamittel, Sexualanregungsmittel und Beruhigungs- und Schlafmittel, während im Apothekenverkauf Produkte für den Verdauungstrakt und Hustenlöser die Top-Produkte stellen. 2017 war die Top-Handelsform im Versand Dulcolax vor Thomapyrin und Voltadol, im Apo-Verkauf waren es Daflon vor Voltadol und Bepanthen. Insgesamt geht der Trend klar zu preisgünstigeren Großpackungen. Zudem sind viele Top-Seller wie Dulcolax, Ibumetin, Pharmaton, Buerlecithin oder Aspirin C im Versandhandel um etwa 40 % günstiger.

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